Blick aus einer anderen Welt„Die Inszenierung zeigt ein verstörendes Wunderland. Ist Lewis Carrolls Vorlage „Alice im Wunderland“ noch von einem vertrauensvoll-heiteren Grundton durchzogen, so ist diese Alice rettungslos einsam. Sie ist auf der Flucht, gehetzt und gejagt und doch mit dem trotzigen Anspruch auf ein Stückchen Glück. Berührend und mit erstaunlicher Bühnenpräsenz zwingt Juliana Götze den Zuschauer in ihre Welt, deren Gesetzmäßigkeiten er ebenso wenig versteht wie sie selbst.(...) Die Präsenz der Juliana Götze, die eine Szene minutenlang ganz alleine halten kann, steht dagegen mühelos für sich selbst ein: Großes Theater ganz ohne Behinderten-Bonus“ (Märkische Oderzeitung. 26. Oktober 2007) |
Freundliche Kampfansage„Am stärksten ist der zweistündige Abend dort, wo die Ästhetik den persönlichen Eigenheiten der Spieler folgt, traumähnliche Bilder baut, die jede gewohnte Logik aushebeln. „Lalala“, antwortet eine Schauspielerin auf alle Fragen, ruht hoheitsvoll in ihren Röcken und bewegt sich nicht vom Fleck. In solchen Momenten kommt die besondere Bühnenpräsenz dieser Darsteller zur Geltung, ihre Lust am Unvorhersehbaren, an Stimmungen, die sekundenschnell umschlagen und den Zuschauerraum überrollen wie eine unbekannte Wetterlage.(...) „Juliana Götze spielt das sehr ausdrucksstark, wälzt sich vor Freude auf der Bühne, wütet vor Ohnmacht und schmeißt zwei grunzenden Grenzwächtern ihre Kleider entgegen. Oder sie steht einfach da und wundert sich über die seltsamen Spielregeln dieser Welt.“ (die tageszeitung. 23. Oktober 2007) |
Unterwegs im Sandsturm„Hauptdarstellerin Juliana Götze, die das Down-Syndrom hat, verkörpert Alice, eine Verstoßene, die nach dem Ort sucht, wo sie auf Akzeptanz stößt. Götzes Spiel ist brillant, sie wirkt rastlos. Die Fragen, die sie auf ihrem Weg durch ihren ganz persönlichen „Sandsturm“ stellt, sind schonungslos und direkt.(...) „Und dann sind es diese vielen Details, die dem Stück Tiefe verleihen. Da gibt es diese an die Wand projizierte Uhr, die permanent Veränderung ausgesetzt ist: Mal ist sie exakt getaktet, mal meint man, die zerflossenen Uhren von Dali vor sich zu haben. Das Surreale, das sich in dieser Projektion widerspiegelt, findet seine Entsprechung auf der Bühne, im Tanz, in den Dialogen, bei den nicht minder gut agierenden anderen Schauspielern und auf der Ebene der Musik. Mal sind es galoppierende, fliehende und mal seltsam verschobene Klänge, die die Klangbrigade hinter ihren Mischpulten und Keyboards für das Publikum gut sichtbar produziert. (Allgemeine Zeitung Mainz, 22. September 2007) |
Alice sucht nach einem Weg„Mit Profischauspielern würden solche Szenen wahrscheinlich überpointiert wirken. Doch die Mitglieder der Gruppe RambaZamba setzen sich nicht in Distanz zum Geschehen, sind ganz sie selbst. Im Spiel scheinen sich ihre persönlichen Erfahrungen von Wut, Enttäuschungen oder Freude zu spiegeln – und das berührt.“ (Mainzer Rhein-Zeitung, 22. September 2007) |
RambaZamba im WunderlandVergessen Sie alles, was Sie über Menschen mit dem Down Syndrom wissen. Gehen Sie heute ins Kesselhaus der Kulturbrauerei und schauen Sie sich die Theatertruppe RambaZamba mit ihrer Uraufführung von "Alice in den Fluchten" an. Sechzehn Schauspieler, die trotz geistiger Behinderung wunderbar anrührend sprechen, tanzen und musizieren. (B.Z. 17.10.2007) |