Sich wehren gegen die Eiszeit unter den Menschen und in der Welt Bei RambaZamba spielt Schuberts „Winterreise“ in der Inszenierung von Gisela Höhne - in der Anstalt. Unter dem Motto „… und sind wir selber Götter“ wird aus Schuberts 180 Jahre altem Liederzyklus nach Texten von Wilhelm Müller etwas Heutiges. Die vom Komponisten selber als „grausige Lieder“ bezeichneten Stücke öffnen, ja weiten sich mit diesem besonderen Ensemble und werden Musiktheater. Die Akteure, Menschen mit geistiger Behinderung, bewegen sich in der musikalischen Weltliteratur, als wäre das Ganze von ihnen selber erfunden. Mit Pauken und Posaunen, Streichinstrumenten und Schlagwerk, unterstützt von Bratsche, Gitarre, Percussion und Klavier, vor allem aber mit berührendem Gesang und wildem Geschrei kämpfen die Winterreisenden an gegen pillengesättigte Traurigkeit, gegen eine Welt, die sie kaltzustellen versucht. Opfer? Die Personen leiden, ertragen, langweilen sich, freuen sich und vor allem lassen sie sich nicht unterkriegen, nehmen den Kampf immer und immer wieder auf.
| Regie: Gisela Höhne | Musik: Johanna Peine | Bühnenbild: Angelika Dubufe | Masken und Kostüme: Beatrix Brandler | Bewegung: Tomi Paasonen | |